Manipulation durch Medien

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Um Menschen zu beeinflussen, bietet sich in unserer Zeit nichts besser an als -wie der Name schon sagt- Massenmedien. Ich bin überzeugt davon, dass es kein einziges Massenmedium gibt, welches nicht manipulieren soll. Wie diese Manipulation aussieht -positiv oder negativ- kann man erst beurteilen, wenn man es schafft, zwischen den Zeilen zu lesen.

Wer und wie manipuliert werden soll, hängt von dem Interesse des Geschäftsführers des Mediums ab: ob man einen Vertrag mit einem Lebensmittelhersteller hat und einfach nur Lebensmittel vermarkten will oder ob der Geschäftsführer Mitglied einer bestimmten Partei ist und zu einer bestimmten Ideologie neigt und dies ebenfalls in seinem Medium reflektiert wird soll erst einmal dahingestellt bleiben. Das mit dieser Macht auch eine große Verantwortung einhergeht, ist vielen bewusst. Inwiefern dieser Verantwortung ethisch nachgegangen wird, würde ebenfalls den Rahmen sprengen. Vielleicht sollte man sich zuerst die alltäglichen Manipulationen der Massenmedien ansehen.

Information „formen“

Es ist wichtig zu wissen, wie Texte und Bilder „geformt“ werden, um die Entscheidungen und Gedanken der Konsumenten (ist zwar etwas hart formuliert, ist aber im Endeffekt Tatsache) der Medien zu beeinflussen. Aus diesem Grund schauen wir uns zwei grundlegende Typen der Manipulation an: Texte und Bilder.

Bilder bzw. Fotomanipulation

Im Zeitalter der digitalen Nachbearbeitung gibt es nahezu keine Grenzen der Bildmanipulation und es werden viele Bilder mit den besten Absichten manipuliert. Eine interessante Frage wäre: wann verletzt eine Bildmanipulation unsere Ethik, wo liegen die Grenzen? Auch wenn mittlerweile fast alle Menschen wissen, dass Bilder ganz einfach und schnell verändert werden können, merken sie nicht, dass sie durch ganz einfache Bilder auf der unterbewussten Ebene manipuliert werden. Um konkreter zu werden: niemand, der z.B. die Zeitung liest, denkt an die Tatsache, dass die Bilder die dort abgebdruckt sind, manipuliert sein könnten. Hier ein Beispiel:

bildmanipulation

Ein 30jähriger Journalist von der Los Angeles Times wurde für die Kombination von diesen beiden Bildern von englischen Soldaten in Basra/Irak entlassen.

Textmanipulation

In allen schriftlichen Medien einschliesslich Webseiten und online Artikel ist die Schrift und die Sprache ein mächtiges Werkzeug um Leser zu manipulieren. Wenn wir von Manipulation durch Texte reden, müssen wir folgende Kriterien beachten:

  • Position des Textes
  • Schriftart
  • Farben
  • grafisches Design
  • Sprachgebrauch (z.B. emotionaler Sprachgebrauch oder sachlich oder beschreibend etc.)

Wir sollten uns immer eins fragen: warum hat der Autor bestimmte Textstellen mit einer großen Schriftart geschrieben und warum manche mit einer kleinen? Wenn man beim lesen etwas tiefgründiger nachdenkt, lernt man schnell zwischen den Zeilen zu lesen und vermeidet es somit auf einen Manipulationsversuch hereinzufallen. Hier ist ein Beispiel, wie eine Tatsache auf zwei verschiedene Weisen dargestellt wird:

In dem ersten Bild wird gesagt, dass Micheal Jackson gestorben ist. In dem zweiten Bild wird das Gegenteil behauptet und in der Ecke ist in Kleinbuchstaben geschrieben, dass er nur in den Herzen der Menschen lebt. Die Absicht des zweiten Titels ist nur um den Verkauf dieser Zeitung zu steigern.

In dem ersten Bild wird gesagt, dass Micheal Jackson gestorben ist. In dem zweiten Bild wird das Gegenteil behauptet und in der Ecke ist in Kleinbuchstaben geschrieben, dass er nur in den Herzen der Menschen lebt. Die Absicht des zweiten Titels ist nur um den Verkauf dieser Zeitung zu steigern.

Dies ist wie oben erwähnt nur ein Beispiel der Manipulation von grundlegenden Dingen wie Texte und Bilder. Es gibt weitere Manipulationen vor allem im Fernsehen und im Internet. Dass es möglich ist, bewegte Bilder zu manipulieren bzw. fast perfekte und realitätstreue Bilder mit dem Computer zu generieren, wissen wir schon von Sci-Fi-Filmen. Dabei muss man nicht einmal lebendige Objekte generieren. Für eine Manipulation der Wahrnehmung reicht es, wenn man die Umgebung und die Lichverhältnisse per Computer verändert. Doch darauf will ich ein anderes Mal eingehen.

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Über den Autor

Serdar Ablak

Chefblogger und Gründer. Gebürtiger Oberhausener (darauf bin ich besonders stolz), lebe mittlerweile in Köln, arbeite aber immer noch in Duisburg. Der Weg ist zwar manchmal anstrengend, aber das Ruhrgebiet ist es Wert!