Sexueller Kindesmissbrauch in Deutschland

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Seit Februar 2016 beschäftigte mich ununterbrochen ein Thema: Kindesmissbrauch. Ein Gegenstand, der vielen zwar oberflächlich bekannt ist, womit sich die große Mehrheit aber nicht tiefergehend auseinandersetzt. Im Februar hatte Das Erste den preisgekrönten ARD-Film „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“ ausgestrahlt. Schon die erste Hälfte tat meiner Seele weh. Kleine Mädchen, die nach außen hin ein schönes Familienleben zu haben scheinen, werden als „Ware“ bezeichnet, an reiche Männer vermietet und von diesen sexuell missbraucht. Es finden Orgien statt, bei denen Kinder als „Nachtisch“ angeboten werden. Diese warten jedes Mal regungslos da und nehmen protestlos ihr Schicksal hin. Mehr zum Inhalt des Films möchte ich nicht sagen – zum einen, weil es vielleicht Interessierte an dem Film gibt, zum anderen, weil ich das, was ich gesehen und empfunden habe, nicht in Worte fassen kann. Zu wissen, dass der Inhalt auf recherchierten Tatsachen beruht, erhöht die Beklemmung über das Thema. Im Anschluss an den Film strahlte Das Erste eine Talkshow mit Maischberger mit dem Titel „Sexobjekt Kind“ aus. Gäste der Talkshow waren Julia von Weiler (Psychologin „Innocence in Danger e.V.“), Manfred Paulus (Ex-Kriminalhauptkommissar), Johannes-Wilhelm Rörig (Beauftragter der Bundesregierung), Gisela Friedrichsen (Gerichtsreporterin) und Andreas Huckele (Ehem. Odenwaldschüler und Autor). Sie kannten sich gut mit dem Thema aus und konnten den Zuschauern Einblicke in die Problematik geben.

Nach dem Betrachten dieser Sendungen wusste ich, dass ich über Kindesmissbrauch reden wollte. Der Film und vor allem die Diskussion bei Maischberger machten deutlich, dass die Missbrauchsproblematik keine solche ist, die selten auftritt und nur bestimmte soziale Gruppen betrifft. Ich sprach die Kollegen im Ruhrdialog an und wir behandelten in unserer Gesprächsrunde „Couch. Kaffee. Kuchen.“ das Thema „Sexueller Kindesmissbrauch in Deutschland“. In kleinem Kreise schauten wir uns Ausschnitte aus dem Film und der darauffolgenden Sendung an, gaben selbst herausgearbeitete Daten und Fakten hinzu und besprachen anschließend, was wir als Individuen, ob betroffen oder nicht, im Missbrauchsfall tun könnten.

Das Ambiente des Abends: Alle waren schockiert von den aufgeführten Missbrauchsfällen und den Daten. Und für die Teilnehmer stand fest: Es müssen noch mehr Menschen, vor allem aber Eltern und solche, die mit Kindern täglich arbeiten, über dieses Thema aufgeklärt werden. Kinder müssen vor Missbräuchen geschützt und im Ernstfall entsprechend betreut werden.

 

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